Die Gefangennahme Christi
Bamberg State Library

Die Gefangennahme Christi

Unknown artist

CC0 — Public Domain
Bamberg State Library

Der Künstler kopierte Dürers 1508 entstandenen Kupferstich "Die Gefangennahme Christi" im Vergleich zum Original leicht vergrößert, übernahm jedoch die motivischen Besonderheiten. Auch bei der Kopie handelt es sich um ein Nachtstück, in dessen Mittelpunkt zwar der Judaskuss steht, der Verratsmoment jedoch von verschiedenen Nebenereignissen umgeben ist. So stürmen bereits zahlreiche Soldaten mit Fackeln und Stichwaffen herbei, von denen einer vorausdeutend eine Schlinge über das Haupt Christi hält, während im Vordergrund die Malchusepisode und im Hintergrund ein vor einem der Schergen fliehender Jünger gezeigt ist. Anstelle des Dürer-Monogrammes und der Datierung ist Hopfers Zeichen samt dem Augsburger Pyr in die Darstellung integriert. Spätere Abzüge der Radierung tragen unten mittig die Nummer "176" des Nürnberger Verlegers David Funck, der die Platte im 17. Jahrhundert besaß, nummerierte und Abzüge verbreitete. Heller erwähnt 1827, dass "die ganz neuen [Abzüge] in der Silberbergischen Sammlung" (Heller Dürer 1827 II.354.174) seien. Gemeint ist die Sammlung des Frankfurter Kunsthändlers Carl Wilhelm Silberberg, der 92 Platten der Künstlerfamilie Hopfer erwarb, reinigen ließ und 1802 in einer limitierten Auflage von 60 Exemplaren erneut unter dem Titel "Opera Hopferiana" herausgab (vgl. Jäck/Heller 1822, S. 96). Ein Exemplar war in Hellers Besitz (vgl. JH.Art.f.47 der Staatsbibliothek Bamberg).

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